Öffentliche Ausschreibungen und Submissionen

In den letzten Jahren sind in der Bundesverwaltung Skandale bei der ordentlichen Umsetzung von öffentlichen Ausschreibungen publik geworden. Hier besteht ein systemrelevantes und organisatorisches Problem, das generell nach Lösungen ruft. Es zeigt sich, dass nicht nur Umsetzungsunwillen vorliegt, sondern auch Probleme infolge falscher Organisationsstrukturen.

Peter Spuhler, der CEO der Stadler Rail AG hat es 2014 anlässlich einem NZZ TV Gespräch, fast beiläufig, auf den Punkt gebracht, wie es um die weltweite Umsetzung von Ausschreibungen z. B. in den USA steht, als er sinngemäss sagte: „Ich habe den Eindruck, dass der GATT/WTO Gedanke, der eigentlich Marktöffnung herstellen soll, durch Veradministrierung in Teilen realitätsfremd unterlaufen wird und damit bereits ein finanzieller, administrativer und juristischer Overkill ist.“

Gemäss Prof. Dr. Reiner Eichenberger ist in der Schweiz jährlich ein Beschaffungsvolumen der öffentlichen Hand von ca. CHF 40.- Mia. betroffen. Man geht beim Bund davon aus, dass durch Fehlverhalten oder Organisationsmankos jährlich ca. CHF 500.- Mio. verloren gehen, ganz zu schweigen von Gerichts- und Anwaltskosten.

Der Kreis jener Menschen, die mit Ausschreibungen täglich zu tun haben, ist relativ klein, weshalb Machenschaften oft erst im Nachgang bekannt werden. Korruption ist abzulehnen, aber die Probleme liegen tiefer. Aus diesem Grund hat sich Rainer Selk 2014 dazu entschieden, eine Standortbestimmung in Sachen öffentlicher Beschaffung zu erstellen und daraus einen Leitfaden für Einkaufsmanager abzuleiten.

Rainer Selk, ein ehemaliger Teilnehmer und späterer Referent im Intensivstudium für Einkaufsleiter, war als ehemaliges Geschäftsleitungsmitglied des ewz (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich) zwischen 1996 und 2005 mit Submissionsprozessen infolge der GATT/WTO Abstimmung beschäftigt. Seit 2005 ist Herr Selk selbstständiger Berater im internationalen Beschaffungsmanagement.